Die große Rückenfaszie: Funktion und Pflege

Die größte der Faszien des menschlichen Körpers ist die große Rückenfaszie (Thoracolumbar Fascia). Schon aufgrund ihrer Lage zwischen unterem Rippenbereich und dem oberen Teil des Beckens bildet sie das Zentrum des gesamten Fasziennetzes. Dieses die Muskeln umschließende weiße Geflecht aus Kollagenfasern, Bändern und Sehnen galt lange Zeit als unbelebtes Füllmaterial. Doch zeigen neuere Forschungsergebnisse, dass das muskuläre Bindegewebe ein äußerst lebendiges, eigenständiges (Sinnes-)Organ ist, das mit vielen Nerven, Schmerz- und Bewegungssensoren versehen ist. Einerseits stützt und formt es den Körper; andererseits übernehmen und koordinieren die Faszien die Kraftübertragung zwischen den Muskeln und sorgen damit für reibungslose Bewegungsabläufe.

So werden die Faszien zu einem zentralen Organ der Körperwahrnehmung, das rege mit Immunsystem und Psyche interagiert. So auch die große Rückenfaszie, die den unteren Rippen- und oberen Beckenbereich wie ein festes Blatt umgibt und  dem Körper bei Beugebewegungen Stabilität verleiht. Durch Fehlhaltung, Fehlbelastung und zu wenig Bewegung büßt sie Elastizität ein; ihre Fasern verkleben, verfilzen und verhärten in letzter Konsequenz. Auch können sich Mikrorisse bilden und zu schmerzhaften Entzündungen führen, die sich als Rückenschmerzen und eine gestörte Muskelkoordination manifestieren.

Dem lässt sich u. a.  durch gezielte Dehnübungen, durchblutungsfördernde Druckpunktmassagen oder Rolfing-Therapien entgegenwirken (s. Themenartikel „Markus Rossmann – der Vital-Experte“ unter der Rubrik „Events“). Auch das Vermeiden von Stress und einfache Entspannungsübungen können bereits erste positive Effekte bringen und dazu beitragen, die Selbstheilungskräfte der Faszien zu aktivieren.